38-Jähriger aus Lippetal: Kinderpornografie auf dem Rechner

LIPPETAL ▪ Der Vorwurf wiegt schwer: Wegen Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornografischer Schriften musste sich jetzt ein 38-jähriger Mann aus Lippetal vor dem Amtsgericht Soest verantworten.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, im November 2010 ein Video mit kinderpornografischem Inhalt in einem Internetnetzwerk zum Download angeboten zu haben. Außerdem wurden bei einer Wohnungsdurchsuchung im November 2011 90 weitere Filmdateien sowie zahlreiche Fotos von Kleinstkindern sowie Mädchen unter 14 Jahren auf dem Rechner des Angeklagten gefunden. Sie zeigten eindeutige sexuelle Handlungen, die an den Minderjährigen vorgenommen wurden.

Vor Gericht räumte der Angeklagte zwar ein, pornografisches Material aus dem Internet runtergeladen zu haben. Doch dabei habe er es nicht speziell auf Kinderpornos abgesehen. „Ich habe einfach alles runtergeladen, was mir in einer Liste in dem Netzwerk angezeigt wurde. Erst später habe ich das Material durchgeschaut“, sagte er. Ihm sei auch nicht bewusst gewesen, dass er durch den Download der Dateien anderen Nutzern der Plattform die Möglichkeit gegeben habe die Videos wiederum von seinem Rechner runterzuladen.

Bei der Wohnungsdurchsuchung war das betroffene Video nur noch in Fragmenten auf dem Rechner vorhanden und nicht wieder herstellbar. Doch die Fragmente reichten zur Anklageerhebung. Ein Zeuge, der beim Landeskriminalamt in Düsseldorf arbeitet und der auf die Dateien des Lippetalers gestoßen war, erklärte das Vorgehen bei der Suche nach kinderpornografischem Material sowie die Funktionsweise von Download-Plattformen. Das LKA habe eine Software entwickelt, die kinderpornografisches Material, das in Download-Portalen angeboten werde, aufspüre. Dabei werde auch direkt die IP-Adresse des Anschlussinhabers ermittelt, sobald eine Datei geortet würde. „Es liegt in der Natur von Peer-to-Peer-Netzwerken, dass man dort seine Downloads auch anderen Nutzern zur Verfügung stellt. Möchte man dies nicht, kann man diese Funktion zwar abstellen, doch die Standardeinstellung ist, dass man seine Dateien auch anderen zur Verfügung stellt“, erläuterte der Mann vom LKA.

Ein weiterer Zeuge, der für die Auswertung der Daten auf dem Rechner des Angeklagten zuständig war, konnte nur mitteilen, dass er Fragmente des Videos auf der Festplatte finden konnte. „Daher sind nur noch Rückschlüsse möglich, dass es irgendwann mal dieses Video auf dem Rechner gab“, sagte der Zeuge vor Gericht.

Da der Polizeibeamte, der den Angeklagten vernommen hatte und als Zeuge geladen war, aktuell krankgeschrieben ist, musste die Verhandlung vertagt werden. Sie wird am Dienstag, 13. März, fortgesetzt. - dos

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