Erfindung soll Schweine glücklicher machen

HÜTTINGHAUSEN - Die Einrichtung eines Schweinestalls, zumal in einem Mastbetrieb, ist für gewöhnlich überschaubar: Buchten, Trenngitter, Tröge, Tränken. Und ansonsten oft wenig Interessantes für die Tiere.

„Hier gibt es Verbesserungspotenzial“, dachte sich Landwirt Klaus Albersmeier vom Hof Albersmeier in Hüttinghausen, Inhaber eines Schweinemastbetriebes.

So hat er ein neues Tränkesystem entwickelt, das seiner Ansicht nach nicht nur artgerechter und tierfreundlicher ist als die herkömmlichen Systeme, sondern“darüber hinaus den Tieren auch einen großen Unterhaltungswert bietet“.

Er entwickelte ein Modell, das er inzwischen unter der Bezeichnung „KA-Rondell“ und dem Slogan „Mittendrin statt nur am Rand“ vertreibt. Es besteht aus einer Wasserschale aus Edelstahl, die in einer gewissen Höhe über dem Boden an einem Pfosten angebracht ist. Durch eine Leitung wird ständig frisches Wasser zugeführt. Die Höhe, in der die Trinkschale angebracht wird, kann der Größe der Tiere angepasst werden. So passt sie für alle Tiere vom Ferkel bis zur ausgewachsenen Sau.

„Ich habe zunächst intensiv im Internet recherchiert, ob es so was nicht schon gibt“, so Albersmeier. „Die Lösung erschien so simpel, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dass noch niemand darauf gekommen war.“ Das war jedoch nach seinen Kenntnissen nicht der Fall, und so feilte er seine Idee weiter aus und beantragte beim Bundespatentamt einen Gebrauchsmusterschutz.

Je nach Größe der Buchten werden ein oder mehrere Rondelle im Stall aufgestellt und ausgerüstet. Bis zu drei Schweine können gleichzeitig an einer Tränke artgerecht saufen.

Der Edelstahlsäule verhindert, dass die Tiere die Tränke überspringen oder hineintreten können. Das sei hygienisch, und eine Verletzungsgefahr sei so gut wie ausgeschlossen.

Schnell konnte Albersmeier einige bekannte Landwirte von der Idee überzeugen, die Rondelle in ihren Schweineställen zu testen. Die ersten Reaktionen seien „sehr ermutigend“ gewesen. Inzwischen hat er bereits Partner gefunden, über die der Vertrieb des KA-Rondells läuft.

Rondelle bieten willkommene Abwechslung

Währenddessen hat er seine Erfindung optimiert: An einer zusätzlichen Halterung können Spielseile und zum Beispiel ein Raufutterkorb befestigt werden. „Schweine sind intelligent und kommunikativ, und sie spielen gern“, erzählt Albersmeier. „Wenn sie sich langweilen, fangen sie an zu raufen und können sich dabei gegenseitig verletzen."

Die Rondelle böten ihnen nicht nur eine gesunde und artgerechte Art des Saufens, sondern auch eine willkommene Abwechslung und Möglichkeiten, sich zu beschäftigen. Vor allem, dass mehrere Schweine gleichzeitig trinken, spielen und wühlen können, begeistert Albersmeier. „Das ist eine echte Innovation im Schweinestall!“

Natürlich bedeutet die Umstellung auf die neue Tränke für die Bauern zunächst eine Investition. „Die Rondelle sind teurer als herkömmliche Trinksysteme“, gibt Albersmeier zu. „Aber die Investition rechnet sich durch Teilnahme an der Initiative Tierwohl und dem gesteigerten Wohlbefinden der Tiere“. -  rad

Auf der Webseite www.KA-Rondell.dekann man die Schweine per Webcam live im Albersmeier-Stall beobachten und sich auch über die Förderungsmöglichkeiten und Kriterien der Initiative Tierwohl (Start 1. April 2015) informieren.

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