Elmar Graf von Plettenberg starb mit 84 Jahren

HOVESTADT ▪ Elmar Graf von Plettenberg, von 1969 bis 1984 Bürgermeister der Gemeinde Lippetal, ist nach schwerer Krankheit im Alter von 84 Jahren am Mittwochabend gestorben.

Der Hausherr vom Renaissance-Denkmal Wasserschloss Hovestadt wurde am 1. Juni 1928 in Lenhausen geboren. Nachdem er in den frühen 50-er Jahren das Erbe seines Großvaters in Hovestadt angetreten hatte und in dessen Fußstapfen getreten war, geriet Elmar Graf von Plettenberg durch die politischen Kräfte seiner neuen Heimat in den Kreis der Männer, die den Weg in eine neue „Bundesrepublik“ vor Ort ebneten.

Graf Elmar wollte von der Politik eigentlich nichts mehr wissen, doch CDU-Kreisgeschäftsführer Fred Backwitz war Ende der 60-er Jahre einer der treibenden Kräfte. So ließ sich Elmar Graf von Plettenberg am Ende überreden, im Jahr seiner Hochzeit mit Gräfin Pia 1956 auch der CDU beizutreten, wobei ihm bis zuletzt noch das „C“ am wichtigsten war, denn der Jubilar hielt die Familie grundsätzlich für „das christliche Nest der Menschheit“.

Elmar Graf von Plettenberg, der mit der 50-jährigen Mitgliedschaft in der CDU vor einigen Jahren auch den 50-jährigen Besitz von Opel-Automobilen, seiner Herzensmarke, feierte, wurde nach der Kommunalen Neugliederung 1969 als Bürgermeister-Kandidat unfreiwillig zum Gegenspieler des früheren Lippetaler CDU-Vorsitzenden Otto Köhler. Plettenberg wurde nominiert und gewählt, der Polizist Otto Köhler blieb Parteichef.

„Hier wird was für Lippetal gemacht und nicht für Einzelinteressen“, so lautete das Motto des ehrenamtlichen Bürgermeisters Elmar von Plettenberg. Nach drei Amtsperioden, in denen es im Wesentlichen darum ging, die Kirchturms-Politiker zu Lippetalern umzufunktionieren und das Schulwesen aufzubauen, gab der Graf den Bürgermeistersessel ab. Antonius Willenbrink wurde sein Nachfolger.

Elmar Graf von Plettenberg hatte viele Ehrenämter. So wirkte er 30 Jahre als Vorsitzender der Kreisjägerschaft und Jagdberater. Ebenfalls wirkte er als Kuratoriumsmitglied mit beim -Ida-Stift und in der von Mellin'schen Stiftung. In den späten 90er-Jahren kam es mit Hilfe der Gemeinde Lippetal, der Denkmal-Behörden und des Arbeitsamtes zu der erhofften Restaurierung des Barockgartens östlich am Schloss. Das öffentlich zugängliche Unesco-Denkmal mit seinem Heckentheater ist inzwischen prächtig gediehen und erfreut sich besonders großer Beliebtheit. - dümi

Traueranzeigen und Kondolenzbücher unter http://www.trauer.de, zu erreichen über http://www.soester-anzeiger.de

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