Patientenarmband setzt sich durch

Zur Sicherheit bekommen die Patienten in den Krankenhäusern ein Armband mit ihren Daten.

KREIS SOEST ▪ Seit einem Jahr ist es im Einsatz und schon nicht mehr wegzudenken aus dem Alltag im Marienkrankenhaus: das Patientenarmband. Jetzt führen auch andere Krankenhäuser das Patientenarmband ein, so das Klinikum Stadt Soest und das Werler Krankenhaus.

Direkt bei der stationären Aufnahme bekommt jeder Patient das Bändchen angelegt. Es begleitet ihn bis zur Entlassung – und sorgt für mehr Sicherheit auf seinem gesamten Behandlungsweg.

Mit Hilfe des Patientenarmbands können Ärzte und Pflegepersonal auf einen Blick sehen, um welchen Patienten es sich handelt. So können Verwechslungen oder Falschmedikationen vorgebeugt werden. Einen besonders wichtigen Dienst leistet das Armband, wenn der Patient selbst nicht mehr in der Lage ist, Auskunft über sich zu geben – zum Beispiel bei Bewusstlosigkeit, Demenz oder unter Medikamenteneinfluss. Denn auf dem Armband ist der Name aufgedruckt, so dass die Krankenhausmitarbeiter jederzeit die Identifikation mit den Patientenunterlagen und bei der Medikation abgleichen können. Bereits über 10 000 Patienten haben im Marienkrankenhaus das Patientenarmband erhalten. Die Erfahrung nach rund einem Jahr zeigt: „Das Patientenarmband hat sich in der Praxis bewährt”, bestätigt Geschäftsführer Ferdinand Kauerz-von Lackum.

Das Patientenarmband ist eine von vielen Maßnahmen des umfassenden Sicherheitsnetzes Marienkrankenhaus. An vielen Schlüsselstellen im Behandlungsablauf finden Dokumentationen, Checks und wiederholte Abgleiche der Daten statt. Besonders sensibel ist natürlich der OP-Bereich. Auch hier gelten im Marienkrankenhaus hohe Sicherheitsstandards. Sogar unmittelbar vor dem ersten Hautschnitt findet nochmals ein spezieller Check statt, bei dem das gesamte Team kurz innehält. Bei diesem so genannten „Team-Time-Out” werden speziell dafür ausgewählte OP-Mitarbeiter nach den wichtigsten Informationen zum Patienten und dem geplanten Eingriff befragt. Erst wenn dieser letzte Check abgeschlossen ist, überreicht der OP-Mitarbeiter das Skalpell oder Untersuchungsgerät dem Operateur. Auch am Ende jeder Operation erfolgt eine wichtige Sicherheitsvorkehrung: Sämtliche verwendeten Materialien, jeder einzelne Tupfer, werden gezählt. Erst wenn alle verwendeten Instrumente und Materialien vorhanden sind, wird die Wunde verschlossen.

Zur Förderung der Patientensicherheit werden im Klinikum Stadt Soest ab Dienstag die „Patientenidentifikationsarmbänder“ eingeführt. „Die stete Verbesserung der Sicherheit unserer Patienten liegt uns sehr am Herzen. Daher haben wir uns zur Einführung der Armbänder entschlossen und entsprechen damit unter anderem auch dem Sicherheitsstandard des Aktionsbündnisses Patientensicherheit“, erklärt Dipl. Kaufmann Oliver Lehnert, Geschäftsführer des Klinikum Stadt Soest.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare