Zahl der Flüchtlings-Zuweisungen leicht rückläufig

Nach wie vor ungeklärt sind die Schüsse auf die Flüchtlings-Unterkunft „An der Windmühle“ in Bremen. Die Ermittlungen des Staatsschutzes in Dortmund dauern an, gestalten sich aber „umfangreich“, da nicht zweifelsfrei fest steht, wann die Schüsse auf das Gebäude abgegeben worden sind.
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Nach wie vor ungeklärt sind die Schüsse auf die Flüchtlings-Unterkunft „An der Windmühle“ in Bremen. Die Ermittlungen des Staatsschutzes in Dortmund dauern an, gestalten sich aber „umfangreich“, da nicht zweifelsfrei fest steht, wann die Schüsse auf das Gebäude abgegeben worden sind.

Bremen -  Noch will Dennis Schröder nicht von einem Trend sprechen. Allerdings ist für den unter anderem auch für Flüchtlingsfragen zuständigen Fachbereichsleiter im Rathaus zumindest eine Tendenz erkennbar: So sind der Gemeinde Ense im Januar spürbar weniger Flüchtlinge zugewiesen worden, als noch Ende des vergangenen Jahres.

So seien Ense bislang insgesamt 16 Flüchtlinge zugewiesen worden. Angesichts von 30 bis 50 Zuweisungen in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres ein merklicher Rückgang. Der durchaus Konsequenzen hat. Man habe den zum Jahresbeginn angemieteten „Lindenhof“ in Niederense noch nicht bezogen. Bekanntlich möchte man in dem Gebäude zunächst die Fremdenzimmer nutzen, den einstigen Schankraum vielleicht als Notunterkunft herrichten.

Und auch wenn Dennis Schröder die Entwicklung der vergangenen Wochen noch nicht überbewerten möchte, so hat er zumindest eine Erklärung für sie: Ganz offenkundig, mutmaßt er, habe man beim Land erkannt, dass gerade der großstädtische Bereich im vergangenen Jahr nicht so stark belastet worden sei wie möglich, so dass dort die Aufnahmekapazitäten noch nicht ausgeschöpft seien. Und so lange man hier noch Nachholbedarf habe, könnte der Druck auf Gemeinden wie Ense - zumindest kurz- bis mittelfristig - ein wenig abnehmen.

Keine Neuigkeiten dagegen gibt nach den Schüssen auf die Unterkunft „An der Windmühle“ in Bremen. Wie Polizeisprecherin Dana Seketa auf Anzeiger-Nachfrage mitteilte, gestalteten sich die Ermittlungen „umfangreich“. Und das hänge nicht zuletzt mit dem bislang unbekannten Zeitraum zusammen, in dem sich die Tat ereignet habe.

Von daher sucht der Staatsschutz in Dortmund Zeugen, denen Ende des vergangenen Jahres an der Unterkunft etwas Ungewöhnliches aufgefallen ist. Das könne auch noch den Zeitraum Ende November betreffen. Schwierig gestalteten sich zudem verlässliche Aussagen über das Kaliber der verwendeten Waffe, so Polizeisprecherin Dana Seketa weiter.

Die erst in der vergangenen Woche entdeckte Tat hatte in Ense für Empörung und am vergangenen Sonntagmittag für eine Kundgebung gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz vor dem Rathaus in der Bremer Ortsmitte gesorgt, an der sich unter dem Motto „Ense ist bunt“ über 250 Menschen beteiligt hatten.

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