Mehrheit gegen „Sozialzentrum“ im alten Penny-Markt

Ein „Sozialzentrum Ense“ in der zurzeit von Aldi genutzten Immobilie würde der SPD und Grünen gefallen.
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Ein „Sozialzentrum Ense“ in der zurzeit von Aldi genutzten Immobilie würde der SPD und Grünen gefallen.

Bremen - Die Idee eines „Sozialzentrums Ense“ im ehemaligen Penny-Markt in Bremen wird zwar „nicht weiter verfolgt“. Allerdings fiel diese Entscheidung nicht einstimmig und war zudem verbunden deutlicher Kritik an der Verwaltung.

Denn vier Mitglieder stimmten am Donnerstagabend im Hauptausschuss gegen die Vorlage der Verwaltung, die die Idee zwar „grundsätzlich für sinnvoll“ hält, wie Bürgermeister Hubert Wegener unterstrich. Allerdings seien die erforderlichen Mittel für einen Umbau des Gebäudes in Höhe von 85 000 Euro sowie jährlich zusätzlicher Mietkosten von 30 000 Euro im Haushalt nicht vorhanden. Logische Konsequenz für die Verwaltung mithin: Von dem Vorhaben, den „Enser Warenkorb“, die Caritas-Kleiderstube sowie das Sozialkaufhaus „möbel und mehr“ im alten Penny unterzubringen, solle man gegenwärtig Abstand nehmen, das Projekt aber nicht ganz aus dem Auge verlieren.

Allerdings mochte es vor allem die SPD dem Bürgermeister so leicht nicht machen. So kritisierte vor allem Ratsfrau Marianne Neumann (SPD), dass man nicht eingebunden worden sei die Überlegungen, nahezu alle Informationen über den Anzeiger beziehen musste. Und weil sie glaube, dass das Projekt „Ense in Schwung und nach vorne bringt“, mochte sie „nicht so schnell Abstand“ von dem Vorhaben nehmen, so die Genossin. Zudem hält sie die von der Verwaltung präsentierten Zahlen für „utopisch“ und mahnte „realistisches Denken“ an. Denn: „Wir brauchen keine Prachtlösung.“ Und Unterstützung erhielt sie von ihrem Fraktionschef Bruno Löher. Er mochte nicht ausschließen, dass sich „hinsichtlich der Miete preiswertere Lösungen finden lassen.“ Und: „Die Idee ist zu schade, um sie fallen zu lassen.“

Grünen-Ratsherr Marc Teuber erklärte, von der Idee „nicht Abstand“ nehmen zu wollen.

Anders die CDU: Sie stimmte angesichts der Kosten für den Vorschlag der Verwaltung, die Idee aktuell nicht weiter zu verfolgen. Zudem fragte CDU-Fraktionschef Heinrich Frieling nach den Auswirkungen eines „Sozialzentrums“ im alten Penny auf das Ortsbild, aber auch auf die Betroffenen bezüglich der Anonymität. Allerdings machte er ebenfalls deutlich, dass Gespräche mit den Ehrenamtlichen im Vorfeld der Bekanntgabe der Idee hätten geführt werden müssen.

Bürgermeister Hubert Wegener wiederum versicherte, dass ihm der Zeitpunkt der Veröffentlichung des Vorhabens im Planungsausschuss am 2. Februar durch SPD-Ratsherr Horst Brauckmann zu früh gewesen sei, weshalb Gespräche mit der Politik oder den drei Einrichtungen bis dahin auch noch nicht geführt worden seien. Auf Nachfrage der FDP am Donnerstagabend aber konnte er mitteilen: zwei Einrichtungen seien für ein „Sozialzentrum“ im alten Penny-Markt, eine jedoch „grundsätzlich“ dagegen.

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