Idee: Soziale Einrichtungen unter einem Dach zusammenführen

Der ehemalige Penny als Standort für den „Warenkorb“, das Caritas-Kaufhaus und die Kleiderstube? Mit dem Eigentümer und dem RP hat die Verwaltung darüber schon gesprochen.
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Der ehemalige Penny als Standort für den „Warenkorb“, das Caritas-Kaufhaus und die Kleiderstube? Mit dem Eigentümer und dem RP hat die Verwaltung darüber schon gesprochen.

Bremen - Für SPD-Ratsherr Horst Brauckmann ist es nur „eine Vision“, für Bürgermeister Hubert Wegener aber offenkundig schon viel mehr. Denn im Rathaus laufen Überlegungen, den „Enser Warenkorb“, das Caritas-Kaufhaus „möbel und mehr“ und die Kleiderstube der Caritas unter einem Dach zusammenzuführen – und zwar im ehemaligen Penny-Markt in unmittelbarer Nachbarschaft zur Sparkasse in Bremen.

Dabei war es am Dienstagabend im Planungsausschuss wohl eher dem Zufall geschuldet, dass Bürgermeister Hubert Wegener das Gedankenspiel erstmals öffentlich machte. Und Grund dafür wiederum waren Einlassungen des sozialdemokratischen Ausschuss-Vorsitzenden Horst Brauckmann. Denn der Genosse hatte die nur Sekunden zuvor von „Leader“-Manager Sven Hedicke formulierte Einladung aufgegriffen, Ideen für die Verwirklichung des „Leader“-Projekts zu benennen, um den eingeläuteten Prozess nun auch mit Leben zu füllen. Und so teilte er dem Ausschuss seine „Vision“ von einer Zusammenlegung der drei Angebote „Warenkorb“, Caritas-Kaufhaus und Kleiderstube mit, ohne zu wissen, dass dies zumindest für das Rathaus offenkundig bereits weit mehr als nur eine Zukunfts-Vorstellung ist. „Da ist die Verwaltung schon lange dran“, so Bürgermeister Hubert Wegener, ohne den Parlamentariern allerdings mehr zu verraten.

Auf Anzeiger-Nachfrage präzisierte Bürgermeister Hubert Wegener dann den Stand der Dinge: So habe man sowohl mit dem Eigentümer der Immobilie als auch mit der Bezirksregierung über die Idee gesprochen, ohne dass es konkrete Ergebnisse gebe oder man sich im Rathaus bereits eine abschließende Meinung gebildet habe. Zudem ständen noch Gespräche mit den ehrenamtlich Tätigen im „Enser Warenkorb“, dem Caritas-Kaufhaus und der Caritas-Kleiderstube aus.

Horst Brauckmann wiederum hatte sein Gedankenspiel mit der aus seiner Sicht nicht optimalen Lage der drei Angebote im Schatten der Lambertus-Kirche in Bremen, der Poststraße in Niederense und am Raiffeisenmarkt an der Werler Straße begründet, die mitunter sogar zu Parkplatzproblemen führten. Er jedenfalls sei mit den bisherigen Lösungen „nicht zufrieden“, so dass man über „Leader“ darüber nachdenken solle, alle Angebote unter einem Dach zu bündeln. Das bedeute zum einen eine Erleichterung für die Kunden und erspare mitunter lange Wege. Zum anderen seien die Räumlichkeiten im alten Penny viel eher dazu geeignet, die drei Institutionen angemessener unterzubringen. Zudem könne so ein Leerstand der Immobilie vermieden werden, wenn der Discounter Aldi demnächst in seine neue Filiale am alten Standort zurückkehre.

Und dass die Unterbringung aller drei sozialen Einrichtungen in einem Gebäude durchaus mit den „Leader“-Kriterien vereinbar sein könnte, das wiederum hatte „Leader“- Manager Sven Hedicke in seinem Vortrag verdeutlicht. Denn eine Verbesserung sozialer Strukturen im ländlichen Raum, zu dem die „Leader“-Region „Börde trifft Ruhr“ mit Ense, Wickede, Werl und Fröndenberg zweifelsfrei gehöre, sei ein Kriterium bei der finanziellen Förderung von Projekten. Dabei mahnte Sven Hedicke generell an, die Stärken in der Region und am jeweiligen Ort zu erkennen und auszubauen, die Probleme anzupacken und eine „Zusammenarbeit ohne Kirchturmdenken“ anzustreben. Die lokalen Akteure wie Vereine und die Wirtschaft wolle man dabei nicht nur erreichen, sondern stärken, so der zuständige Regionalmanager.

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