Enser Jugendliche gründen einen „Interkulturellen Treff“

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Intensiv haben die Jugendlichen an ihrer Idee gearbeitet und werden von Kristina Jost und Marie Greune unterstützt.

Bremen - Die Bemühungen um die Integration ausländischer Flüchtlinge in Ense erhalten weitere Unterstützung. „Interkultureller Treff“ heißt ein neues Angebot. Und bemerkenswert daran: Die Initiative geht von einer Gruppe heimischer Jugendlichen aus.

Gemeinsam mit Kristina Jost, die für die aufsuchende Jugendarbeit in der Gemeinde Ense zuständig ist, sowie Marie Greune stellten sie jetzt dem Anzeiger ihr Projekt vor, das am Donnerstag, 11. Februar, in den Räumen der evangelischen Kirchengemeinde beginnen soll. Und im wesentlichen soll es dabei darum gehen, mit den ausländischen Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen, um einerseits Verständnis für ihre jeweilige Situation zu gewinnen. Zum anderen möchte man ihnen auch ihre neue Heimat mit all seinen Gepflogenheiten und Traditionen näher zu bringen. Deshalb wird zu jedem Treffen eine Powerpoint-Präsentation zu einem jeweils unterschiedlichen Land gehören. „So möchten wir den Flüchtlingen zeigen, dass wir uns für sie und ihre Herkunft interessieren und auch allen anderen Einblicke gewähren“, skizzieren die Jugendlichen im Gespräch die Motivation für ihr Engagement. Beim ersten Treffen am 11. Dezember soll dabei Deutschland vorgestellt werden, und zwar unter dem durchaus selbstironischen Titel „Willkommen to Kartoffelländ“. Passend dazu wird man Kartoffelsuppe und Kartoffelsalat anbieten.

Doch soll es in den Räumen der Paulus-Kirche an der Werler Straße um weit mehr gehen. So möchte man mit den Flüchtlingen gemeinsam Kaffeetrinken, essen, spielen, basteln oder kickern, so die Hemmschwellen abbauen, Gemeinsamkeiten entdecken und damit für eine Integration der neuen Mitbürger sorgen. Sogar an eine „Krabbelecke“ für die Jüngsten ist gedacht. Und auch wenn die Initiative für diesen „Interkulturellen Treff“ von einer Gruppe Jugendlicher im Alter zwischen 13 und 17 Jahren ausgeht und umgesetzt wird, so möchte man damit ausdrücklich alle Flüchtlinge erreichen. „Wer sich angesprochen fühlt, kann kommen. Das gilt für alle Neu-Zugezogenen.“ Unterstützung erfahren die Jugendlichen dabei von Kristina Jost und Marie Greune sowie von Presbyteriums-Mitglied Iris Schorer, die in dem im Erdgeschoss eingerichteten Café helfen wird.

Wobei die Jugendlichen in den vergangenen Wochen sehr intensiv an dem Projekt gearbeitet haben. So traf man sich regelmäßig, um etwa jenes Einladungsplakat zu entwerfen, das in deutscher, arabischer und englischer Sprache sowie mit unterschiedlichen Zeichen zum „Interkulturellen Treff“ einlädt. Für die entsprechenden Übersetzungen sorgten sie selbst.

Angedacht ist, den „Interkulturellen Treff“ einmal im Monat donnerstags von 16.30 bis 18 Uhr zu öffnen. Und wenn er gut angenommen wird, kann sich Kristina Jost vorstellen, das Angebot etwa auf Niederense auszudehnen. „Wir wollen aber erstmal klein anfangen“, warnt sie vor zu großen Erwartungen.

Zustimmung für das neue Projekt haben die Jugendlichen durchaus auch schon von prominenter Seite erfahren. So hat man die Idee sowohl der Bürgerinitiative „Flüchtlinge werden Nachbarn in Ense“ als auch den Kirchen vorgestellt. Dort, so Kristina Jost, sei man auf ungeteilte Zustimmung gestoßen.

Apropos Zustimmung: Präsentieren wird man das Projekt übrigens auch der Bertelsmann-Stiftung, die unter dem Motto „Vielfalt und Integration“ derartige Vorhaben finanziell unterstützt. „Und vielleicht können wir die Jury mit unserer Idee überzeugen“, so die heimliche Hoffnung von Kristina Jost.

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