Umweltministerium

Dosenpfand und Gelbe Tonne: Umweltpolitik im Alltag

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Seit 1991 die Verpackungsverordnung in Kraft trat, prägen gelbe Tonnen das Erscheinungsbild deutscher Hinterhöfe.

Die Mehrwegflasche muss zurück in den Laden, die Plastikverpackung in den Gelben Container und der Obstabfall in die Biotonne. Was den Alltag der deutschen bestimmt, hat einst das Umweltministerium entschieden.

Berlin - Müllentsorgung und Klimaschutz, sauberes Wasser, gute Luft und Artenvielfalt: Das Umweltministerium hat viele Aufgaben. Manches, was die Minister entschieden oder auch hart erkämpft haben, beeinflusst das ganz alltägliche Leben der Deutschen. Ein paar Beispiele:

PFAND AUF DOSEN UND FLASCHEN: 

Das berühmteste Vermächtnis des Umweltministers Jürgen Trittin (Grüne). Seit 2003 müssen Kunden für viele Einweg-Verpackungen für Getränke mindestens 25 Cent Pfand zahlen, seit Mai 2006 auf fast alle. Der Anteil der Mehrweg-Verpackungen ist aber nicht wie erhofft deutlich gestiegen.

GELBER SACK oder GELBE TONNE: 

Heute in Millionen Küchen, Abstellkammern und Hinterhöfen zu finden. Das war mal anders: Früher wanderten Plastikverpackungen in den Restmüll. So umstritten das - vielleicht etwas komplizierte - deutsche Recyclingsystem auch ist, die Verpackungsverordnung prägt so gut wie jeden Haushalt. Zu verantworten hatte sie 1991 Klaus Töpfer (CDU). Das Umweltministerium feierte (und feiert) sie als "Abkehr von der Wegwerfgesellschaft". Der Grundgedanke: Wer seine Ware verpackt verkauft, muss sich auch an der Entsorgung der Verpackung beteiligen.

SAMMELKISTEN FÜR BATTERIEN: 

Sie stehen gern hinter Supermarktkassen, die kleinen grünen Kisten für Gerätebatterien. Dahinter steckt die Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien, die mehrere Hersteller nach Inkrafttreten der Batterieverordnung gegründet haben. Das war 1998. Umweltministerin damals: Die heutige Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

FCKW-VERBOT: 

Es gab eine Zeit, in der war das Ozonloch in aller Munde. Wer an seiner Ausdehnung nicht schuld sein wollte, kaufte Deos und Haarspray nur "FCKW-frei". Das ist nicht mehr nötig: Deutschland verabschiedete sich 1994 komplett von FCKW, also Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffen, die unter anderem in Spraydosen und Kühlschränken verwendet wurden. Allerdings sind die Moleküle recht langlebig. Auch wenn kaum noch jemand über die Ozonschicht spricht, die die Erde vor UV-Strahlen schützt: Das Ozonloch über der Antarktis hatte im Herbst 2015 die zweitgrößte Ausdehnung seit Messbeginn.

BIOTONNE: 

Viele Hobbygärtner sammeln ihren Biomüll schon immer getrennt, um wertvolle Komposterde herzustellen. Für alle anderen Deutschen ist das erst seit 2015 Pflicht, jetzt muss es flächendeckend Biotonnen geben. Ziel ist, dass die Stoffe verstärkt für Biogasanlagen (Stichwort: Energiewende) oder etwa als Düngemittel genutzt werden können. Das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz, das in Peter Altmaiers Amtszeit 2012 beschlossen wurde, gilt auch für Papier-, Kunststoff- und Glasabfälle.

dpa

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