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Lehm ist gut für das Klima

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Das Material ist seit Urzeiten zum Bau von Häusern verwendet worden. Gerade heute, in Zeiten von gläsernen Hochhäusern und stählernen Gebäuden, wird es immer beliebter zum Verputzen: Lehm.

Wände aus Lehm sorgen für eine konstante und gesunde Luftfeuchtigkeit in Innenräumen.

Das Material ist seit Urzeiten zum Bau von Häusern verwendet worden. Gerade heute, in Zeiten von gläsernen Hochhäusern und stählernen Gebäuden, wird es immer beliebter zum Verputzen: Lehm.

Die ältesten Hochhäuser der Welt stehen nicht in Chicago oder New York, sondern in Shibam im Jemen. Dieses „Manhattan der Wüste“ besteht auch nicht etwa aus Stahl und Beton – die bis zu 30 Meter hohen, neunstöckigen Häuser wurden vor Hunderten von Jahren aus Lehm errichtet. Und auch wenn das Klima hierzulande feuchter ist als im Jemen, wurde Lehm auch in Deutschland jahrhundertelang etwa beim Bau von Fachwerkhäusern verwendet. Heute besinnen sich viele Menschen wieder auf Lehm. „Wände aus Lehm sorgen für eine konstante und gesunde Luftfeuchtigkeit in Innenräumen. Das schont die Schleimhäute der Anwohner und reduziert das Risiko für Erkältungskrankheiten“, nennt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf seiner Internetseite einen der Vorteile des Baustoffs.

Diese regulierende Eigenschaft - Lehm hält die relative Luftfeuchtigkeit bei durchschnittlich 50 Prozent - wird stärker je dicker die Lehmschicht ist. „Aber auch Putzstärken von fünf Millimetern bringen bereits einen positiven Effekt“, sagt Wolfram Walther, Inhaber einer lehmverarbeitenden Firma in Bad Lausick (Sachsen). „Und selbst kleine Lehmflächen verbessern schon das Raumklima“, sagt der Fachmann. „Oft entscheiden sich Menschen für das Bauen mit Lehm, wenn sie bereits Beschwerden oder Allergien haben“, erzählt Walther. Denn Lehm besitzt die Fähigkeit, Rauch und Ausdünstungen und Schadstoffe zu absorbieren und kommt ohne künstliche Zusatzstoffe aus. Bei fachgemäßer Verarbeitung sei die Schimmelgefahr gering, weshalb sich der Putz auch für Bäder eigne, sagt Walther weiter.

Aufgetragen werden kann Lehminnenputz auf fast allen Untergründen, ob auf Gipskarton, Beton oder Kalkwänden. „Im Wesentlichen verwendet man bei der Arbeit mit Lehm übliches Stuckateur- und Malerwerkzeug wie Kellen, Traufel und Schwämme“, erklärt Diplomingenieur Stephan Jörchel vom Dachverband Lehm in Weimar. Allerdings sei gerade das Verputzen der Decke mit Lehm durchaus anspruchsvoll. „Außerdem braucht man fachliche Kenntnisse, um die Untergründe und deren Bedürfnisse zu kennen, damit das Ergebnis auch gut wird“, erklärt Walther. Er rät Heimwerkern zu Fertigputzen. Zwar könnten Laien Lehm und Sand auch selbst mischen, das optimale Verhältnis zu finden, sei aber relativ schwierig.

„Um sicher zu sein, dass es sich wirklich um einen ökologischen Lehmfertigputz ohne künstliche Zusätze handelt, sollte man diesen unbedingt aus dem Naturbaustoffhandel beziehen“, rät Walther. Aber auch das alte Material von den Wänden könne man wiederverwenden. Aber Lehm hat einen Nachteil: Weil er nicht abbindet, ist er nicht ganz so hart wie herkömmlicher Putz. „Aber fachgerecht ausgeführter Lehmputz hat Oberflächenfestigkeiten, die mit herkömmlichen Kalkputzen vergleichbar sind“, sagt Jörchel. Aber die Wände sollten behutsam genagelt oder gebohrt werden, um das Mineralgerüst des Materials nicht großflächig zu zerreißen. Bilder können ohne Probleme aufgehängt werden, für Regale, Hängeschränke müssten Unterkonstruktionen oder Installationshölzer verwendet werden. Alternativen sind Lehmstreichputze oder Lehmstreichfarben. Sie haben zwar nicht den feuchtigkeitsregulierenden Effekt, sind aber schadstofffrei. „Lehmstreichfarben halten auch auf Holz, mineralischen Putzen oder Tapete“, erklärt Andreas Tietz, Inhaber eines Onlineshops für Lehmfarben aus Saalfeld. „Sie besitzen außerdem den höchsten Grad an Lichtechtheit und vergilben nicht.“

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