Strom "to go": Wie Powerbanks arbeiten

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Geht dem Smartphone unterwegs der Strom aus, kann eine Powerbank den Akku des Mobilgeräts wieder aufladen. Foto: Andrea Warnecke

Der Ladebalken leuchtet rot, keine Steckdose in Sicht - dabei will man das Video auf dem Display noch zu Ende gucken. Oder ein wichtiger Anruf wartet. Dann können Powerbanks helfen. Die laden das Mobilgerät wieder auf. Ein Test zeigt: Qualität muss hier nicht teuer sein.

Berlin (dpa/tmn) - Schnell mal eine Portion Strom to go für sein Smartphone: Viele Mobilfunknutzer wünschen sich das in ihrem Alltag. Mobile Zusatzakkus, auch Powerbanks genannt, erfüllen das Bedürfnis.

Große Powerbanks mit Nennkapazitäten ab 10 000 Milliamperestunden (mAh) sind dabei effizienter als kleinere Powerbanks mit geringeren Kapazitäten. Denn sie liefern im Verhältnis zu ihrem Gewicht mehr Ladung, berichtet Stiftung Warentest ("test", Ausgabe 6/2016).

Doch auch die kleinsten Modelle mit Nennkapazitäten von 2200 bis 3000 mAH erfüllen ihre Aufgaben: Sie laden ein Smartphone ungefähr einmal, so die Warentester. Den meisten Nutzern genügt das für ihren Alltag. Wer mehr Saft unterwegs braucht - zum Beispiel auf Camping-Ausflügen oder für Geräte mit mehr Strombedarf wie Tablets - kann zu größeren Akkus greifen, die aber meist einige Zentimeter breiter sind als die kleinen Alternativen. Zwei USB-Ausgänge ermöglichen bei manchen der Zusatzakkus auch paralleles Laden mehrerer Geräte.

Negativ fielen den Warentestern bei manchen Powerbanks Unterschiede zwischen der nutzbaren Ladungsmenge im Test und den Herstellerangaben auf. Ein Zusatzakku lieferte im Test mehr als 1000 Milliamperestunden weniger als vom Hersteller versprochen. Powerbank-Käufer sollten auch darauf achten, dass die Nennspannung der Akkus in der Regel bei rund 3,6 Volt liegt. Sie muss beim Aufladen eines Mobilgeräts per USB auf fünf Volt transformiert werden. Das lässt die nutzbare Ladungsmenge sinken.

Insgesamt hat Stiftung Warentest 20 Zusatzakkus in vier Kategorien getestet. Bei den kleinen Powerbanks mit einer Nennkapazität zwischen 2200 und 3000 mAh landeten Realpower (Ultron) PB-2600 (17 Euro) und Samsung EB-PA300U (28 Euro) an der Spitze. Beide erreichten die Note 2,5. Bei den mittleren Powerbanks mit Nennkapazitäten zwischen 5200 bis 6000 mAh schnitt Ednet Power Bank 5200 am besten ab (Note 2,1/18 Euro). Auch "gut" wurden Hama Power Pack Fusion 5600 (2,4/26 Euro), PNY AD5200 (2,4/18 Euro) und GP FN05M (2,5/20 Euro) benotet.

Bei den großen Zusatzakkus mit Nennkapazitäten von 10 000 bis 13 000 mAh siegte Intenso Slim Powerbank S10000, die als einzige Powerbank "sehr gut" war (Note 1,5/20 Euro). Fast ebenso gut - aber dreimal so teuer - war Urban Revolt (Trust) Cinco Powerbank 13000 (Note 1,6, 60 Euro). Generell fällt auf: Kapazität ist nicht unbedingt eine Frage des Preises. Das preisliche Gefälle zwischen den besten Geräten der drei Kapazitäts-Kategorien beträgt insgesamt nur drei Euro.

Außerdem wurden zwei Powerbanks mit Solarzellen getestet: Sie überzeugten nur bedingt. Die Geräte lassen sich per USB sowie von Sonnenstrahlen aufladen. Das Laden per Solarmodul dauert allerdings: Nach sieben Stunden Sonne waren die Powerbanks im Test nur zu einem Bruchteil aufgeladen. Ein Mobilgerät lässt sich nur mit Sonnenenergie kaum versorgen, bilanzieren die Warentester. Unterm Strich benoteten sie beide Solar-Powerbanks mit "befriedigend".

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