Etliche der 90.000 Fans schon auf dem Heimweg

"Rock am Ring" versinkt im Wetter-Dilemma - Musik aber zurück

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Blick auf die Hauptbühne am frühen Samstagabend.

Mendig/Eifel - Bei dem dreitägigen Festival Rock am Ring harren die Besucher weiterhin in Matsch und Regen aus. Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Immerhin: Um 21.30 Uhr am Samstag sollte es - zunächst - weitergehen mit der Live-Musik.

Das Land Rheinland-Pfalz hatte sich eingeschaltet und wegen „höherer Gewalt“ der Veranstaltung am Samstagnachmittag Einhalt geboten. Während Innenminister Roger Lewentz deutlich gemacht hatte, dass er nicht davon ausgehe, dass das Festival fortgesetzt werden könne, hatte Veranstalter Marek Lieberberg die Hoffnung genährt, dass die Shows für die rund 90.000 Besucher ab 20 Uhr weitergehen könnten. Immer vorausgesetzt, die schlimmsten Unwetter seien vorbei.

Entsprechend viele Menschen versammelten sich zu der avisierten Uhrzeit vor den Toren des Festivalgeländes. Doch die erhoffte Öffnung der Tore blieb zunächst lange aus: Statt dessen verstärkten die Ordnungskräfte bis zum frühen Abend ihren Einsatz, um die Massen erneut zum Rückzug in die Zelte zu bewegen. Per Megafon warnte ein Sprecher vor weiteren Unwettern und stellte den Wartenden ein Ultimatum: Innerhalb von 15 Minuten sollten sich die Festival-Besucher erneut in Sicherheit bringen. Pfiffe und andere Unmutsbekundungen veranlassten den Megafon-Sprecher dazu, um Verstärkung zu bitten. Er wolle nicht der einzige sein, der die Hiobsbotschaft verkünden müsse.

Eindrücke vom verschlammten Rock am Ring 2016 in Mendig

Tatsächlich sollte kurze Zeit später wieder für einige Minuten Welt Untergangsstimmung demonstrieren. Dabei hatte man auf dem verwaisten Festivalgelände bereits damit begonnen Soundchecks durchzuführen und die Leinwände wieder hochzufahren. Mit Absperrband wurden besonders extrem verschlammte und derzeit nicht mehr begehbare Areale gesichert. Die Fläche wirkte mehr wie ein zerklüfteter Acker denn wie ein Konzertgelände.

Die Konzertveranstalter kündigte derweil an, ab 21 Uhr die Veranstaltung fortzusetzen, wenn das Schlimmste vorüber sei. Mit den Verantwortlichen stehe man in Verhandlungen, um die verlorene Zeit wieder herauszuholen. Bis spät in die Nacht wolle man die Topacts bei einem entsprechenden Okay spielen lassen, hieß es. Schließlich sollte es um 21.30 Uhr tatsächlich soweit sein...

Dass das Konzert bei jeder Witterung stattfinden soll, ist in den Allgemeinen Geschäftsbestimmungen des Rock-am-Ring-Festivals verankert. Der Touch von Abenteuer und Ungewissheit, der jedes Festival begleitet, ist einigen Rock-am-Ring-Besuchern offenbar zuviel: Etliche packen derzeit ihre Sachen und treten die Heimreise an.

Vielerorts kämpfen zeitgleich die Bewohner in der Eifel mit Hochwasserschäden und befürchten, dass an diesem Wochenende noch einmal weitere hinzukommen könnten.

Quelle: wa.de

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