Kunstmuseum Ahlen setzt neues Sommer-Format

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Bilderwand mit verfremdeten Stickbildern von Laas Abendroth, zu sehen im Museum Ahlen.

AHLEN - Wolken fliegen über den Himmel, die Bäume wiegen sich im Wind, ein einsamer Wanderer zieht durch die Felder. „Landschaft mit Figur“ malte die rheinische Expressionistin Marie von Malachowski-Nauen 1911. Daneben, ebenso farbig, mit ähnlich wildem Pinselschwung, eine Reproduktion eines van- Gogh-Werks. Darunter steht: „man hätte sich schon damals Mühe geben können“. Die Arbeit stammt von Laas Abendroth.

Das Kunstmuseum Ahlen präsentiert mit „Sammlung Plus“ ein neues Sommerausstellungsformat. Die Eröffnung findet am Sonntag, 11 Uhr, statt. Im zweijährigen Turnus werden Neuerwerbungen im Kontext der seit 10 Jahren bestehenden Sammlung zusammen mit Werken eines zeitgenössischen Künstlers gezeigt.

Den Anfang macht Abendroth mit der Ausstellung „Kunst muss wieder weniger werden“. Die 80 aktuellen Arbeiten befinden sich im Neubau und mischen sich als kleine provokante Seitenhiebe zwischen die 70 Exponate aus der Sammlung, unter denen sich 25 Neuzugänge etwa von Walter Ophey, Adolf Luther und Hermann Stenner befinden.

In intimen Raum-Kabinetten versammeln sich Werkgruppen einzelner Künstler des rheinischen und westfälischen Expressionismus, so zum Beispiel die filigranen Aktdarstellungen und Frauenporträts von Hans Bloch wie die trotzig dreinblickende Frau mit rotem Schultertuch (1910). Elfriede Thums Landschaftsbild „Lugano“ (ohne Jahresangabe) flimmert in abendlichem Rosa-Violett, und von Herm Dienz, einem rheinischen Expressionisten der 2. Generation, sind kleinformatige abstrakte Kompositionen aus den 60er Jahren zu sehen.

Zweiter Schwerpunkt der Sammlung ist konkret-konstruktive Kunst der Nachkriegszeit. Gezeigt werden etwa eine Magnetarbeit von Sandor Szombati, Werke von Kuno Gonschior und das neuerworbene Neonlicht-Objekt „Torso“ von Timm Ulrichs, bei dem immer nur einzelne Buchstaben aufleuchten, nie das ganze Wort.

Neu sind auch die klaren Kompositionen aus den frühen 50er Jahren von Heinrich Siepmann. Umringt werden sie von Abendroths leeren, gefalteten Leinwänden mit unsinnigen Titeln wie „bei der Polizei den Namen nicht sagen“ oder „Glasscheiben in die Flugbahn montieren“ und minimalistischen Linienbildern („Der böse Hase“).

Den Kunstbetrieb zu karikieren und infrage zu stellen ist Konzept des 1967 geborenen Mülheimers, der betont, weder künstlerische Ausbildung noch Preise oder Stipendien zu haben.

Er kombiniert Alltagskitsch wie die Hundefigur mit dem Spruch „Inspiration ist eure Krankheit“, schreibt „Langweilt eure Besucher“ auf schwarze Leinwand oder „Sie können auch mal was tun für mein Geld“ auf einen in Einzelteile zerlegten Keilrahmen. Im Video provoziert er mit einem „Mir ist voll langweilig“ in Endlosschleife.

Von Marion Gay

Eröffnung, Sonntag 11 Uhr, bis 30.10., mi - fr 14 – 18 Uhr, sa, so 11 – 18 Uhr,

Tel. 02382/ 91830, www.kunstmuseum-ahlen.de

Quelle: wa.de

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