Streaming-Dienst analysiert Sehgewohnheiten

"Binge-Skala" von Netflix: Welche Serien am süchtigsten machen

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Los Gatos - "The Walking Dead", "Orange is the New Black" und "Mad Men" zählen zu den beliebtesten Serien des Streaming-Dienstes Netflix. Aber welche Serie wird am häufigsten am Stück geschaut? Der Straming-Dienst hat das untersucht. Hier lesen Sie die Ergebnisse.

Wer kennt das nicht? Man beginnt, eine Serie zu schauen und nimmt sich ganz fest vor, dass nach einer Folge Schluss sein wird. Ehe man sich versieht, sind drei Folgen verschlungen worden, und eigentlich möchte man auch noch nicht aufhören. In den USA wird dieses Phänomen als "Binge-Watching" bezeichnet.

Dabei ist das nicht immer die reine Schuld des Zuschauers. Der Streaming-Dienst Netflix hat nun in einer Studie herausgefunden, welche Serien besonders oft am Stück geschaut werden. Liegt der Grund also bei der Serienauswahl? Auch wenn bei Streaming-Diensten meistens mehr als eine Folge geschaut wird, gibt es zeitliche Unterschiede. Netflix hat nun eine "Binge-Skala" veröffentlicht. Für seine Studie hat die Plattform über den Zeitraum von acht Monaten über 100 Serien in über 190 Ländern analysiert. Dabei wurden nur die Konten in die Forschung mit einbezogen, die die komplette erste Staffel einer Serie geschaut hatten. Ein exaktes Ranking der verschiedenen Reihen hat Netflix nicht veröffentlicht, sondern die Ergebnisse vielmehr nach Genres gruppiert.

Nervenspannung pur bei den Zuschauern

Thriller und Horror-Serien wie "The Walking Dead", "Hannibal" oder "American Horror Story" führen mit ihrer hohen Spannung offenbar dazu, dass die Zuschauer nicht aufhören können. Über zwei Stunden hätten die Plattform-User vor den Bildschirmen gesessen und sich einfach nicht lösen können. Auf der "Binge-Skala" des Streaming-Dienstes werden die Serien als "Serien zum Verschlingen" eingestuft. Direkt nach den nervenaufreibenden Thriller- und Horror Serien gesellen sich die Genres Science-Fiction und Action/Abenteuer. Serien wie "Supernatural", "Marco Polo" oder "Vampire Diaries" zählen dazu. Hier geht es schon ein bisschen weniger nervenzerreißend zu, aber die Serien sind für ihre abrupten und offenen Enden bekannt. Die Zuschauer würden so zum Binge-Watching getrieben. 

Ähnlich verhält es sich auch mit Comedyserien, die eine dramatische Wendung haben. "Orange is the New Black", "Better Call Saul" oder "Nurse Jackie" würden mit ihrer leichten Erzählung den Zuschauer unterhalten und zusätzlich die Einstellung hervorrufen: "Ach, eine Folge geht noch ..."

Geschichten zum Genießen

Diese Einstellung scheinen komplizierte Politikthriller wie "House of Cards" bei den Zuschauern nicht hervorrufen zu können. Die Zuschauer würden hier eher genießen und sich die Folgen mit den vielschichtigen Handlungssträngen aufteilen, um möglichst viel aus ihnen ausschöpfen zu können. Kevin Spacey als Frank Underwood teilt dieses Schicksal mit den historischen Serien wie "Mad Men" oder "Downton Abbey". Die beeindruckenden Kostümdramen werden in ihrer vollen Länge ausgekostet. 

Die lockere Unterhaltung

Comedy-Serien zählen mit ihren kurzen Folgen, den sozialen Anspielungen und unterhaltsamen Charakteren ebenso zu den Reihen, die ausgekostet werden. Die ungezwungene Unterhaltung würde unter zwei Stunden geschaut werden. Sie dient zum lockeren Entertainment nebenher. 

Cindy Holland, Vice President of Original Content bei Netflix, meint dazu nur, dass dies die Besonderheit bei Netflix sei. Jede Serie kann im eigenen Rhythmus genossen werden.

af

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