Bericht: Kein Aus für den Sender

Überraschende Wende: ServusTV wird doch weitergeführt

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ServusTV existiert wohl doch weiter.

Salzburg - Überraschende Wende bei ServusTV: Noch am Dienstag hatte es geheißen, der Sender stelle den Betrieb ein. Jetzt gibt es offenbar eine Rolle rückwärts.

Der österreichische Sender ServusTV, der auch in Deutschland zu empfangen ist, wird nun doch weitergeführt. Das berichtet Krone.at am Mittwochnachmittag. Dem Bericht zufolge sei das Aus nach sieben Jahren für ServusTV in letzter Minute abgewendet worden.

Am Dienstag hatte das noch ganz anders geklungen. "Obwohl wir Jahr für Jahr einen nahezu dreistelligen Millionenbetrag in ServusTV investiert haben, lässt sieben Jahre nach Einführung die aktuelle Markt- und Wettbewerbssituation keine wirklich positive Entwicklung erwarten. Der Sender ist daher für unser Unternehmen wirtschaftlich untragbar geworden", hieß es in einer offiziellen Mitteilung.

Der Kurier berichtete, dass der Grund ein anderer sein könnte. Unter Berufung auf ungenannte Quellen berichtete die Tageszeitung, dass die geplante Gründung eines Betriebsrats zu dem Schritt geführt habe. "Eine Umwandlung von ServusTV in einen zweiten ORF, der von Betriebsräten geführt wird, akzeptiert Mateschitz sicher nicht", zitierte das Blatt einen Insider. Ein Betriebsrat hätte die "Unabhängigkeit, Eigenständigkeit und Unbeeinflussbarkeit“ des Senders gefährdet, hieß es in einer Stellungnahme von Red-Bull-Eigentümer Dietrich Mateschitz (71), der den Sender gegründet hatte.

Krisentreffen bringt offenbar Erhalt von ServusTV

Laut Krone.at gab es aber inzwischen ein Krisentreffen. Beteiligt waren dem Bericht zufolge Verantwortliche von Arbeiterkammer, Gewerkschaft und Red Bull. Dabei sei herausgekommen, dass ServusTV weitergeführt werde und die Kündigungen zurückgenommen würden. Mittlerweile bestätigten die Betreiber des Senders die Meldung.

Die Lösung: Die Arbeiterkammer - die gesetzliche Interessenvertretung der Arbeitnehmer in Österreich - und die Gewerkschaften akzeptierten bei einem Krisentreffen die Ablehnung der Belegschaft, einen Betriebsrat zu gründen. Dies sei das Ergebnis des „konstruktiven Gesprächs“ gewesen, hieß es in der Firmenmitteilung. „Nicht überraschend für einen Betrieb, der für seine hohen sozialen Standards bekannt ist, lehnt die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter einen Betriebsrat ab“, hielt das Unternehmen fest.

Mehr als 200 Mitarbeiter unterschrieben dann einen offenen Brief, in dem sie sich gegen einen Betriebsrat aussprachen. „Die anonyme Umfrage über die mögliche Gründung eines Betriebsrates unterstützen wir - und das ist die überwältigende Mehrheit aller Mitarbeiter von Servus TV - ausdrücklich nicht“, hieß es darin.

Damit sei nun die „Fortsetzung der partei-politischen unabhängigen Linie“ gegeben, was alle Beteiligten begrüßt hätten. Am Dienstag hatte die angekündigte Einstellung von Servus TV samt Kündigung von 264 für Entsetzen in der Branche gesorgt.

ServusTV hatte in der vergangenen Saison unter anderem die Rechte für die Deutsche Eishockey Liga (DEL). Bei der Sendung "Sport & Talk aus dem Hangar-7" sind jeden Montag prominente Gäste aus dem Sport zu Gast. Die Marktanteile des Senders bewegen sich zwischen ein und zwei Prozent.

lin mit Material von sid/dpa

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