Formel-1-Streit trifft auch TV-Sender

Stuttgart - Die drohende Spaltung der Formel 1 lässt auch die deutschen TV-Partner nicht kalt. “Wir spekulieren jetzt nicht über ein 'Was wäre wenn'“, sagte RTL-Sprecher Matthias Bolhöfer.

Sollte es jedoch zu einem Ausstieg der Spitzenteams um Ferrari und der angekündigten Gründung einer “Piratenserie“ kommen, werde der Kölner Fernsehsender reagieren. “Dann müssten wir prüfen, ob es eine Ausstiegsklausel gäbe. Und das werden wir dann auch prüfen“, erklärte Bolhöfer. RTL hält noch bis Ende 2011 die Free-TV-Rechte an der Formel 1.

Auch der Pay-TV-Sender Premiere, der vertraglich noch bis Ende 2010 an die Formel 1 gebunden ist, verfolgt den seit Monaten schwelenden Streit um eine Budgetgrenze zwischen der Teamvereinigung FOTA und dem Automobil-Weltverband FIA gespannt. “Wir halten engen Kontakt zu allen Beteiligten“, sagte Sprecher Torsten Fricke der dpa. Die Übertragungen der Königsklasse seien für den Bezahlsender ein “sehr, sehr wichtiges Recht“. Für das kommende Jahr plane der Pay-TV- Anbieter, der vom 4. Juli an Sky heißen wird, die Bilder von der Formel 1 in HD-Qualität auszustrahlen.

Ohne die Branchenriesen Ferrari und McLaren-Mercedes, Sebastian Vettels Arbeitgeber Red Bull oder den aktuellen Überflieger BrawnGP würden die Formel-1-Rechte jedoch rapide an Wert verlieren. “Die Tonlage hat sich noch einmal verschärft. Wir glauben aber weiter, dass alle Seiten an einer gemeinsamen Lösung interessiert sind, die Königsklasse des Motorsports mit allen Topteams auch in Zukunft zu präsentieren“, meinte Bolhöfer.

Weder RTL noch Premiere wollten kommentieren, ob es parallel bereits Gespräche mit der FOTA über TV-Rechte für eine neue Rennserie gibt. Noch sei eine Lösung des Konflikts möglich, hieß es zur Erklärung. Am Freitagabend sollte die Anmeldefrist der FIA für die kommende Saison auslaufen. Die 13 Teilnehmer für 2010 will der Verband am Samstag bekanntgeben.

dpa

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