K-Pop und Kopfschmuck

So tickt unser ESC-Sternchen Jamie-Lee Kriewitz

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Fährt mit 17 Jahren zum ESC: Jamie-Lee Kriewitz.

Köln - Jamie-Lee Kriewitz bringt für Deutschland eine recht eigentümliche Mischung mit: Manga-Outfit, Gospel-Ausbildung und eine gewisse Unbedarftheit. Wie tickt die 17-Jährige eigentlich?

Jamie-Lee Kriewitz ist noch ein Popstar im Schongang. Nachdem sie den deutschen ESC-Vorentscheid in Köln für sich entschieden hatte, war klar: bis 23 Uhr muss die Schülerin von der Bühne verschwunden sein - Jugendschutz. Daran wurde sich auch brav gehalten. Es ist ein Popstarleben in ziemlich geordneten Bahnen, das die 17-Jährige gerade lebt. Und das passt zu ihr.

Es ist wohl nicht falsch zu sagen, dass Kriewitz noch ein gutes Maß an Kindlichkeit ausstrahlt. Das liegt vor allem an ihrer Inszenierung als Manga-Sternchen. Die asiatische Popkultur hat viel übrig für gnadenlose Verniedlichung. Kriewitz trägt quietschbunte Klamotten, auffallenden Kopfschmuck und knuffige Tieranhänger. Sie bezeichnet sich selbst als Fan des K-Pops, der populären Musik aus Südkorea. Für Asien habe sie sich schon immer interessiert, für das Styling und auch Animes, japanische Zeichentrickfilme.

Wer Kriewitz bei „Unser Lied für Stockholm“ (ARD) zum ersten Mal sah, rieb sich daher vielleicht zunächst die Augen, was die seltsame Kostümierung soll. Anders dürfte es den mit Kriewitz vertrauten Dauer-Fans der ProSiebenSat.1-Show „The Voice of Germany“ ergangen sein, die die junge Frau 2015 gewann. Als ihr „Coach“ fungierte dort unter anderem Smudo von der Hip-Hop-Kombo Die Fantastischen Vier. Über ihn sagte Kriewitz beim Vorentscheid: „Ich würde ihm nie zutrauen, dass er mich einfach so verlassen würde.“ Auch das klang irgendwie niedlich.

Jamie-Lee Kriewitz: Schulausbildung liegt nun erstmal auf Eis

Was bei all der Inszenierung manchmal übersehen wird ist, ist, was die Schülerin musikalisch kann. Ihr Vater spielt Schlagzeug, sie selbst führt ihre kräftige Stimme auf ihre Zeit in einem Gospelchor zurück. Ihren Siegertitel „Ghost“ hat sie zwar nicht selbst geschrieben, aber einige Ideen zu Atmosphäre, Beat und Inhalt beigesteuert. Das große Ziel sei, irgendwann komplett eigene Musik zu machen, sagt sie.

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Ihre Schulausbildung hat die 17-Jährige aus Springe bei Hannover dafür erstmal auf Eis gelegt. Wegen „The Voice“ habe sie so viel Fehlzeiten angehäuft, dass das Abitur verschoben werden musste. Sie will es aber auf jeden Fall bald nachholen.

Dass diese ganze Mischung - unverbrauchte Sängerin, Hannover, gute Stimme bei eigenwilliger Bühnen-Show - so manchen an Lena Meyer-Landrut erinnert, erträgt Kriewitz mit Gleichmut. Lena sei ja auch ein Vorbild. Der ESC 2010, den Meyer-Landrut für Deutschland gewann, sei auch der erste Grand Prix gewesen, den sie verfolgt habe. Nun fährt sie selbst zum Finale.

dpa

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