Sex-Doku als starke Konkurrenz

Erfurter "Tatort": Quotenhit trotz viel Kritik

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Sie sind das jüngste "Tatort"-Team aller Zeiten: Kriminalhauptkommissar Henry Funck (Friedrich Mücke), Kriminaloberkommissar Maik Schaffert (Benjamin Kramme) und die Polizei-Praktikantin Johanna Grewel (Alina Levshin).

Berlin - Der neue „Tatort“-Krimi aus Erfurt ist am Sonntag auf Anhieb ein Quotenknaller gewesen - trotz eher mieser Kritiken und einer Sex-Doku als Konkurrenz, die schon im Vorfeld von sich reden machte.

Der "Spiegel" kam zum Schluss, das Einschalten habe sich nicht gelohnt, doch 10,32 Millionen (27,9 Prozent) sahen das anders und sahen sich am gestrigen Sonntagabend den „Kalten Engel“ an. Das deutsche Feuilleton konnte dem Krimi allgemein nicht viel Gutes abgewinnen. So verglich die "Süddeutsche" den ersten Fall der Thüringer Kommissare Henry Funck und Maik Schaffert mit Fernseh-Schmonzetten wie dem "Traumschiff" und dem "Bergdoktor". Das Drehbuch sei dünn, die Story nicht neu gewesen, so das Blatt. Die Filmmusik nervte den Kritiker der Zeitung genau so wie der "unbeholfene" Versuch, die jungen Kommissare Jugendjargon sprechen zu lassen.

Kommissare beim Kultkrimi Tatort

Kommissare beim Kultkrimi Tatort

Dem stimmten die Mehrheit der Zuschauer zu, die das Geschehen live auf Twitter kommentierten: Die Dialoge kämen direkt aus der Hölle, befanden sie, und verliehen ihnen den Hashtag #hipstertalk. Auch sonst sparten die Nutzer des Kurznachrichtendienstes nicht mit Häme: "Die heißen Max & Moritz, ermitteln aber wie Dick & Doof", hieß es etwa. Ein anderer User ätzte in Anspielung auf die Kinderkirimiserie "Fünf Freunde" aus den 70ern: "Fehlt nur noch Timmy, der Hund".

Doch es gab auch Fans des "Kalten Engels". So meinte ein Twitter-Kritiker, er habe den erfrischendsten "Tatort" seit langem gesehen.

"Make Love" läuft gut an 

Und noch eine gute Quoten-Nachricht für den MDR: Die Aufklärungsreihe „Make Love“ hat für eine Sendung aus dem Regionalfernsehen bundesweit sehr gute Zuschauerzahlen erreicht. Mit dem Thema „Was ist guter Sex?“ lockte der Mitteldeutsche Rundfunk am späten Sonntagabend 1,02 Millionen Zuschauer vor den Bildschirm. Das entspricht einem Marktanteil im Gesamtpublikum (ab drei Jahren) von 4,2 Prozent.

Neue Sex-Serie im öffentlich-rechtlichen TV

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Die fünfteilige Doku haben SWR und MDR gemeinsam produziert. In der Reihe gibt die Hamburger Therapeutin Ann-Marlene Henning Tipps für ein besseres Liebesleben, wobei sehr freizügige Aufnahmen zu sehen sind.

Harry Potter zaubert sich auf den zweiten Quoten-Platz

Auf dem zweiten Rang des Quoten-Hitparade platzierte sich RTL mit dem zweiten Teil des Fantasyfilms „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“, den 5,23 Millionen (15,2 Prozent) verfolgten. Das ZDF-Melodram „Beste Freundinnen“ erreichte 4,88 Millionen (13,2 Prozent). Sat.1 zeigte zwei Folgen der Krimiserie „Navy CIS“. Um 20.15 Uhr schalteten 2,67 Millionen (7,2 Prozent), ein im Anschluss blieben 2,37 Millionen (6,8 Prozent) dran.

Auf ProSieben erreichte der Fantasyfilm „Pirates of the Carribean - Am Ende der Welt“ 2,35 Millionen (7,6 Prozent). Die Vox-Kochshow „Grill den Henssler - die neue Kocharena“ lockte 1,83 Millionen (5,7 Prozent) vor den Bildschirm. Den Actionthriller „Passwort: Swordfish“ auf RTL II wollten 1,20 Millionen (3,3 Prozent) sehen. Für die „K 1 Reportage Spezial“ auf Kabel eins erwärmten sich 0,89 Millionen (2,5 Prozent).

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Erfolgreich am Nachmittag war der Kölner Privatsender mit der Formel-1-Übertragung des Großen Preises von Abu Dhabi. 5,62 Millionen schauten sich von 15.44 Uhr an den den siebten Grand-Prix-Sieg Sebastian Vettels (31,3 Prozent) an.

In der Jahresgesamtwertung steht das ZDF mit 12,8 Prozent weiter auf Platz eins. Es folgt die ARD mit 12,1 Prozent. RTL erreicht 11,4 Prozent. Sat.1 folgt dahinter mit 8,3 Prozent vor Vox und ProSieben gleichauf mit 5,6 Prozent. RTL II kommt auf 4,1 Prozent, Kabel eins auf 4,0 Prozent und Super RTL auf 1,9 Prozent.

dpa/hn

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