Großeinsätze der Polizei

Droh-Mails sorgen für Amokalarm an Schulen

+
Polizisten vor dem Reclam-Gymnasium in Leipzig.

Pegnitz/Ortenburg - Bundesweit haben zahlreiche Schulen Droh-Schreiben erhalten. Auch Lehranstalten in Bayern waren betroffen. Die Auswirkungen im oberfränkischen Pegnitz waren am größten.

Mehrere Schulen in Deutschland haben am Montag Drohungen erhalten. Ein Gymnasium im oberfränkischen Pegnitz wurde daraufhin geräumt. Etwa 800 Schüler mussten am Morgen mit ihren Lehrern das Gebäude verlassen. Eine gleichlautende E-Mail ging nach Polizeiangaben an Schulen im mittelfränkischen Uffenheim (Kreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) sowie in Ortenburg im niederbayerischen Landkreis Passau ein.

Allein in Leipzig waren mindestens sieben Schulen betroffen, genauso zwei Magdeburger Gymnasien.  Die Schule in Pegnitz (Kreis Bayreuth) habe daher wohl „nicht konkret im Fokus“ gestanden, teilte die Polizei mit. Die Schulen in Uffenheim und Ortenburg wurden nicht geräumt. Die Kripo ermittelt nun.

Nach Angaben der Ermittler war die Drohung in Pegnitz in der Nacht per E-Mail eingegangen. Es hieß, es sollte im Laufe des Vormittags zu einer Gewalttat kommen.  Zahlreiche Einsatzkräfte sperrten daraufhin das Gebäude ab. Der Schulbetrieb wurde nach der ersten Schulstunde eingestellt.

Polizei: Es bestand keine Gefahr

Einige Schüler, insbesondere die jüngeren, wurden zunächst in ein angrenzendes Schülerheim gebracht. Danach suchten Beamte das Schulgebäude und die Umgebung ab. Es habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden, betonte die Polizei anschließend.

Nach Informationen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstagsausgabe) soll der Absender behauptet haben, sein "Kumpel" sei "ISIS-Kämpfer" und habe ihn bezahlt, "damit ich sprengen kann". Er wolle Rache für den Tod des Terrorverdächtigen Jaber A. nehmen. Der Anschlag werde am Montag um 10.00 Uhr erfolgen, soll in der in fehlerhaftem Deutsch verfassten Mail gestanden haben.

Jaber A. war bei einem Polizeieinsatz in Chemnitz knapp dem Zugriff der Beamten entkommen. In einer von ihm genutzten Wohnung wurden eineinhalb Kilogramm hochexplosiven Sprengstoffs gefunden. Mehrere Syrer, bei denen Jaber A. dann in Leipzig um einen Übernachtungsplatz bat, überwältigten und fesselten den 22-Jährigen. Am Mittwochabend erhängte sich Jaber A. nach Angaben der Behörden in der Justizvollzugsanstalt Leipzig.

Verdächtiger festgenommen

In Reutlingen in Baden-Württemberg wurde unterdessen ein 32-Jähriger nach einer Bombendrohung gegen eine Schule festgenommen. Der Mann hatte am Sonntag über das Internet bei einer Polizeidienststelle angedroht, er werde in einer Reutlinger Schule im Laufe des Montags eine Bombe explodieren lassen, teilte die Polizei mit. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann psychische Probleme hat. Er wurde in eine Klinik eingeliefert. 

Es gebe bisher aber keine Hinweise darauf, dass der Fall in Reutlingen mit anderen Drohungen gegen Schulen in Deutschland zusammenhänge, sagte eine Polizeisprecherin. Eine Durchsuchung der Wohnräume des 32-Jährigen habe keine Hinweise auf Waffen oder Sprengstoff ergeben; auch im Schulgebäude fanden die Beamten und Suchhunde nichts Verdächtiges. Der Unterricht sei daher am Montagmorgen normal gestartet, hieß es weiter.

AFP/dpa

Mehr zum Thema

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare